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Über meinen Nichiren-Buddhismus


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Der liegende Buddha

In München kann zur Zeit beobachtet werden, wie Buddhisten in Vorurteilen und Unverständnis Christen in nichts nachstehen. Die Sache zeigt, dass sich Buddhisten und Christen in Beurteilung und Verständnis von künstlerischen Darstellungen nicht groß unterscheiden. Kunst ist halt nicht jedermanns Sache… :mrgreen:

Die Sprecherin betont, die Stadt wie auch der Künstler wollten mit der Aktion „natürlich keinen Buddha schänden“. Vielmehr sei es die „Darstellung eines Souvenir-Artikels“, wie es viele hierzulande gäbe. Häufig, sagt Becker, kämen die hier verkauften Deko-Buddhas nicht aus China, sondern aus der Gegend um Dresden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung.

Gefunden auf Atheist Media Blog. Sehr amüsant dort auch der Kommentar von Willie:

Ich find das toll mit der buddhistische Nonne. Sie bringt zu dem tagesaktuellen Thema noch eine historische Note hinzu mit ihrem “I’m ashamed of Munich”.


Das selbst ist der Mittlere Weg

Jnana-Mudra

Wir stellen fest: Alles, was Entstehen in Abhängigkeit ist,
ist Leere/Substanzlosigkeit.
Das ist Konvention/konventionelle Bezeichnung.
Das selbst ist der Mittlere Weg.

Madhyamaka-śastrā (Diskurs zum Mittleren Weg),
entstanden im 4. Jahrhundert, Autor umstritten,
ein Kommentar zu Mūlamadhyamakakārikā (Lehre von der Mitte) von Nagarjuna.


Zhiyi: Der Beobachter und das, was zu beobachten ist

[…], the observer and that which is observed are everywhere produced by the matrix of causality and conditions. In all that is produced by causality and conditions, there is emptiness of self.1

Chi-i (Tien-tai), The Great Calm-Observation, Volume 5, Part 3, Page 1


  1. „Der Beobachter und das, was beobachtet wird, ist überall durch das Muster von Kausalität und Bedingungen hervorgebracht. In allem, das von Kausalität und Bedingungen hervorgebracht wird, existiert Leerheit des Selbst.“ (Zhiyi, Große Ruhe-Meditation) 


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Ame ni mo makezu: Selbst dem Regen trotzen

Herbstszene

Selbst dem Regen trotzen
und dem Wind
sowohl dem Schnee als auch der Hitze des Sommers
mit einem widerstehenden gesunden Körper
Ohne Begierde
Niemals zürnend
Immer friedlich lächelnd
Täglich vier Schalen unpolierten Reis und
Miso und etwas Gemüse zu essen
Mein Möglichstes tun
Nicht an mich selbst denken
Gut hinschauen und hinhören und verstehen
und nicht vergessen
Im Schatten des Kiefernhains auf der Wiese
in einer kleinen schilfgedeckten Hütte sein
Wenn im Osten ein krankes Kind ist
hingehen und am Krankenbett wachend helfen
Wenn im Westen eine erschöpfte Mutter ist
hingehen und ihr Reisbündel schultern
Wenn im Süden ein sterbender Mensch ist
hingehen und sagen, er braucht keine Angst zu haben
Wenn im Norden ein Kampf oder ein Rechtsstreit ist
sagen, mit dem Nichtswürdigen aufzuhören
In Zeiten der Dürre Tränen vergießen
Im kalten Sommer ratlos umhergehen
Von allen Dummkopf geheißen werden
Nicht gelobt werden
Keinen Kummer verursachen
So ein Mensch
möchte ich werden

Das ist ein Gedicht (1) von Miyazawa Kenji, der am 21. September 1933 mit 37 Jahren starb. Viele seiner Werke wurden erst posthum veröffentlicht. Nach seinem Tod wurde ein kleines, schwarzes Notizbuch im Deckel seines Lieblingskoffers entdeckt. (2) Das Gedicht Ame ni mo makezu war in diesem Notizbuch inmitten des repetetiven Kopierens von Namu Myoho Renge Kyo gefunden worden. (3)

(1) Übersetzung: http://de.wikipedia.org/wiki/Ame_ni_mo_makezu
(2) http://www.kenji-world.net/english/download/works/Rain.html
(3) Die sechs schwierigen Taten: Das Lotos-Sutra verbreiten, es abschreiben, es rezitieren, es einem Menschen lehren, das Lotos-Sutra hören und nach seiner Bedeutung fragen sowie den Glauben an das Lotos-Sutra nach dem Tod des Buddhas beizubehalten. Die neun leichten Taten: Unter anderem andere Sutras als das Lotos-Sutra lehren, den Berg Sumeru quer durch das Universum schleudern oder die Milchstraße mit dem Zeh quer durch das Universum schießen.


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Der Karmagedanke und seine bestialischen Auswirkungen

Oft schäme ich mich für die Einstellungen religiöser Menschen. Ich schäme mich auch oft meiner buddhistischen Freunde. Und ganz besonders dann, wenn es um religiöse Systeme, wie zum Beispiel Karma, geht.

Dass die Menschen auf dieser Erde vielleicht doch eine kleine Chance haben (die Umwelt leider nicht, den Punkt zur Umkehr hat die Menschheit leider verpasst), denke ich immer dann, wenn ich von Menschen wie Rambhadracharya höre. Solche Menschen bewundere ich. Da kann Mutter Theresa, die in ihren veröffentlichten Aufzeichnungen ihren Gott für tot erklärt hat, einpacken. Was muss in einer desillusionierten alten Frau vorgehen, die Sterbenden, die große Schmerzen erleiden, Schmerzmittel mit der Begründung verweigert, man komme damit Jesus nahe?

Der Guru Rambhadracharya, selber blind, hat in Chitrakoot im indischen Bundestaat Uttar Pradesh eine Universität gegründet. 1100 Studenten können hier studieren: Sehbehinderte, Hörbehinderte, und Körperbehinderte. Sie studieren Musik, Gesang, Kunst, Sprachen, Geisteswissenschaften, Psychologie, Informatik und Management. Für das Sudium an der Uni werden keine Studiengebühren erhoben. Unterkunft, Essen und medizinische Versorgung sind kostenlos. 1100 Menschen von 90 Millionen Behinderten im ganzen Land. Rette einen Menschen und du rettest die ganze Welt.

Wirklich schockiert hat mich die tiefe Überzeugung der jungen Männer, dass ihre Behinderung eine Strafe für böse Taten im vergangenen Leben ist. Wie sagt Richard Dawkins?

Der Grund, weshalb organisierte Religion offene Feindschaft verdient, ist, dass Religion, anders als der Glaube an Russells Teekanne, mächtig, einflussreich und steuerbefreit ist und systematisch an Kinder weitergegeben wird, die zu jung sind, sich dagegen zu wehren. Kinder sind nicht gezwungen, ihre prägenden Jahre damit zu verbringen, verrückte Bücher über Teekannen auswendig zu lernen. Staatlich subventionierte Schulen schließen keine Kinder vom Unterricht aus, deren Eltern das falsche Aussehen der Teekanne bevorzugen. Teekannen-Gläubige steinigen keine Teekannen-Ungläubigen, Teekannen-Renegaten, Teekannen-Ketzer und Teekannen-Lästerer zu Tode. Mütter warnen ihre Söhne nicht davor, Teekannen-Schicksen zu heiraten, deren Eltern an drei Teekannen statt an eine glauben. Leute, die ihre Milch zuerst einschenken, schießen nicht jenen, die den Tee zuerst einschenken, die Kniescheiben weg.

Den fünfzigminütigen Film über die Uni im indischen Chitrakoot kannst du bei Arte anschauen:

http://www.arte.tv/de/6576534,CmC=6576530.html

Videos von Rambhadracharya gibt es bei Youtube:

http://www.youtube.com/results?search_query=Rambhadracharya