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Über meinen Nichiren-Buddhismus


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Die Regeln des Nichiren-Buddhismus oder was bedeutet es, ein Nichiren-Buddhist zu sein?

In meinen Augen hat der Nichiren-Buddhismus einiges mit dem Protestantismus gemeinsam. Der Protestantismus ist auf der ganzen Welt verschieden und hat als Gemeinsamkeit nur Jesus und das Kreuz, aber nicht die Organisation und nicht die Liturgie. Das Gemeinsame am Nichiren-Buddhismus ist das Chanten von Daimoku und der Gohonzon. Daher ist die Spaltung der Nichiren-Schulen, die von manchen beklagt wird, gar nicht so schlimm. Schlimm ist die Diskussion um die Frage, was die „richtige“ Schule sei. Bei den Christen werden die Protestanten auch heute noch von den Katholiken als Abweichler, Sekte oder Häretiker gesehen. Solche Rivalitäten sind zu vermeiden, wenn eine friedliche Welt für alle Menschen geschaffen werden soll.

Im Artikel What does it mean to be a Nichiren Buddhist? auf Buddhajones gibt es in den Kommentaren eine bemerkenswerte Antwort auf diese Frage:

I’m of the opinion that people who chant daimoku are practicing Nichiren Buddhism. The more complications one adds beyond that, the more conflict will arise.

Add the Gohonzon and you’ll never hear the end of which scrolls are supposedly demon-infested.

Add a religious organization and you’ll never hear the end of which organizations are supposedly wonderful and which are poison.

Add Gosho study and someone will insist on study of the Lotus Sutra.

Add study of the Lotus Sutra and someone will insist on the study of all other sutras, too.

Add Gongyo and the debate will rage: A&C or A,B&C? in English or Sino/Chinese? Three prayers or five prayers or one prayer?

You’ll find it’s not so easy to maintain a simple practice of minimum complication. Many people cannot devote their practice solely to the chanting of daimoku. They feel that there needs to be something more to it. I wonder what, though.


Atishas Juwelenkranz des Bodhisattva

Beschleicht der Geist der Niedergeschlagenheit dich,
dann muntere dein Herz auf
und versenke dich in die Leere beider (Empfindungen)!
Wann immer Objekte für Hass und Gier entstehen,
so betrachte sie als Trug und Täuschung!

Auszug unbekannte Übersetzung (Vers 15), Übersetzung von Alexander Berzin und Christian Dräger auf berzinarchives.com.


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Entwarnung! Soka Gakkai International keine Sekte! ;-)

In einigen meiner Beiträge stellte ich die Frage, Soka Gakkai International eine Sekte sei. In meinen Augen ist die SGI keine Sekte. Da gibt es ganz andere Kaliber, wie mein Beitrag „2380 Euro in bar“ zeigt. Bei der Soka Gakkai International gibt es ganz andere, eher mentalitäts- und länderbezogene Probleme, die zu für mich nicht tolerierbaren Auswüchsen führen, wie in in meinen Beiträgen „Soka Gakkai International: Cult or Culture?“ und „Ist die SGI eine Sekte?“ beschrieben.

Auch der Leiter des Referates für Interreligiösen Dialog und Weltanschauungsfragen im Erzbistum Köln kommt zu dem Schluss, dass die Soka Gakkai International keine Sekte ist. Wie schön.

In den 1990er Jahren wurde der Sōka Gakkai vorgeworfen, Religion und Politik zu vermischen sowie aggressiv zu werben. Mittlerweile sehen die meisten Experten diese Probleme aber als gelöst. Werner Höbsch ist Leiter des Referates für Interreligiösen Dialog und Weltanschauungsfragen im Erzbistum Köln. Er neigt dazu, Entwarnung zu geben: Seine Erfahrungen mit Mitgliedern der Sōka Gakkai seien „anregend und positiv“ gewesen.

Gefunden bei der Deutschen Welle, „Der Buddha in uns und die Suche nach Glück“.


Das selbst ist der Mittlere Weg

Jnana-Mudra

Wir stellen fest: Alles, was Entstehen in Abhängigkeit ist,
ist Leere/Substanzlosigkeit.
Das ist Konvention/konventionelle Bezeichnung.
Das selbst ist der Mittlere Weg.

Madhyamaka-śastrā (Diskurs zum Mittleren Weg),
entstanden im 4. Jahrhundert, Autor umstritten,
ein Kommentar zu Mūlamadhyamakakārikā (Lehre von der Mitte) von Nagarjuna.


Zhiyi: Der Beobachter und das, was zu beobachten ist

[…], the observer and that which is observed are everywhere produced by the matrix of causality and conditions. In all that is produced by causality and conditions, there is emptiness of self.1

Chi-i (Tien-tai), The Great Calm-Observation, Volume 5, Part 3, Page 1


  1. „Der Beobachter und das, was beobachtet wird, ist überall durch das Muster von Kausalität und Bedingungen hervorgebracht. In allem, das von Kausalität und Bedingungen hervorgebracht wird, existiert Leerheit des Selbst.“ (Zhiyi, Große Ruhe-Meditation)