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Über meinen Nichiren-Buddhismus

Die Regeln des Nichiren-Buddhismus oder was bedeutet es, ein Nichiren-Buddhist zu sein?

4 Kommentare

In meinen Augen hat der Nichiren-Buddhismus einiges mit dem Protestantismus gemeinsam. Der Protestantismus ist auf der ganzen Welt verschieden und hat als Gemeinsamkeit nur Jesus und das Kreuz, aber nicht die Organisation und nicht die Liturgie. Das Gemeinsame am Nichiren-Buddhismus ist das Chanten von Daimoku und der Gohonzon. Daher ist die Spaltung der Nichiren-Schulen, die von manchen beklagt wird, gar nicht so schlimm. Schlimm ist die Diskussion um die Frage, was die „richtige“ Schule sei. Bei den Christen werden die Protestanten auch heute noch von den Katholiken als Abweichler, Sekte oder Häretiker gesehen. Solche Rivalitäten sind zu vermeiden, wenn eine friedliche Welt für alle Menschen geschaffen werden soll.

Im Artikel What does it mean to be a Nichiren Buddhist? auf Buddhajones gibt es in den Kommentaren eine bemerkenswerte Antwort auf diese Frage:

I’m of the opinion that people who chant daimoku are practicing Nichiren Buddhism. The more complications one adds beyond that, the more conflict will arise.

Add the Gohonzon and you’ll never hear the end of which scrolls are supposedly demon-infested.

Add a religious organization and you’ll never hear the end of which organizations are supposedly wonderful and which are poison.

Add Gosho study and someone will insist on study of the Lotus Sutra.

Add study of the Lotus Sutra and someone will insist on the study of all other sutras, too.

Add Gongyo and the debate will rage: A&C or A,B&C? in English or Sino/Chinese? Three prayers or five prayers or one prayer?

You’ll find it’s not so easy to maintain a simple practice of minimum complication. Many people cannot devote their practice solely to the chanting of daimoku. They feel that there needs to be something more to it. I wonder what, though.

4 thoughts on “Die Regeln des Nichiren-Buddhismus oder was bedeutet es, ein Nichiren-Buddhist zu sein?

  1. Ich finde es immer schade wenn Menschen nicht fähig sind, ohne der Abhängigkeit an eine Religion zu leben. Buddha hatte auch keine Religion, er ging einfach seinen Weg, seiner Erkenntnisse. Genau so müssen wir leben, nach unseren eigenen Erkenntnissen. Ein Jesus, Buddha oder Nichiren, können nur Wegweiser sein, den Weg, unseren eigenen Weg, müssen wir selber gehen. Alles was wir kopieren, un-hinterfragt übernehmen, ist nicht mehr der richtige Weg. Wie Buddha in etwa seinen Schülern sagte: „überprüft alles was ich, euch sage und nur wenn es für euch stimmt, erst dann, sollt ihr meinem Weg folgen.“ Die Unterteilung in Kategorien ist schon falsch, nur das lernen, auch von Lehrer ausserhalb von meinem gewohnten Umkreis, bringt mich weiter. Der Beste Lehrer ist immer noch Dein Gegenüber.
    Liebe Grüsse zentao

  2. Ich schütte mal ein bisschen Kohlen aufs Feuer. Schon alleine das Daimoku ist ja schon Anstoß zur Diskussion. Die einen sagen: „Nam Myoho Renge Kyo“ die anderen „Namu Myoho Renge Kyo“ Verdammnis oder Erleuchtung… Alles liegt an dem U😀

  3. Heisst es doch schon in der Bibel: „Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“ (2.Kor.3,6)

    Grüssle

  4. Wie gut, dass andere Menschen ähnlicher Meinung sind.😎 Ich vermisse spirituellere und etwas tiefgründigere Menschen in der SGI-D. Irgendwie scheinen einige Personen mit dem Nichiren-Buddhismus ohne Rücksicht auf Verluste ihr tiefes Loch im Inneren füllen zu wollen. Das machen (neu)evangelistische Christen (Charismatiker) ähnlich. Es wirkt auf jeden Fall ähnlich auf mich. Und gerade Bei der Geschichte mit dem U wird die Kleinlichkeit des menschlichen Geistes deutlich. Bei den christlichen Glaubensystemen kennt man so etwas ja zur Genüge.