imyohorengekyo

Über meinen Nichiren-Buddhismus

Bhante Sujato: Warum Buddhisten die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützen sollten

7 Kommentare

Bhante Sujato schreibt in einem längerem Artikel auf seinem Blog, dass Buddhisten die gleichberechtigte Ehen von Schwulen und Lesben unterstützen sollten. Anlass scheint eine Anhörung der australischen Regierung, des Parlamentes des Staates New South Wales von Australien, am 12. April gewesen zu sein. (1) Bhante Sujato vetrat dabei zwei buddhistische Vereinigungen Australiens. Auch wenn der Artikel Why Buddhists Should Support Marriage Equality von Bhante Sujato manche Textbelege schuldig bleibt, möchte ich ihn hier in vollständiger deutscher Übersetzung wiedergeben, da dieser lesenswerte Text sich in meinen Augen gut als Argumentationshilfe, Anregung zum kritischen Denken und Leitfaden für das eigene ethische Verhalten eignet.

Man darf bei Bhante Sujatos Artikel nicht vergessen, mit welcher Heftigkeit die Diskussion in anderen Ländern geführt wird. In Australien ist die gleichgeschlechtliche Ehe seit 2004 durch den Marriage Act gesetzlich verboten. (2) Vorausschicken möchte ich auch, dass die Selbstmordrate bei schwulen Jugendlichen in der Bundesrepublik vier mal höher ist, als bei heterosexuellen Jugendlichen. (3) Volker Beck muss sich Deutschland gegen beleidigende Emails mit antischwuler Hetze der sächsischen Stadträtin Cordula Drechsler wehren. In Russland ist es neuerdings strafbar, öffentlich über Homosexualität zu reden oder zu schreiben. (4) Ich bitte um Entschuldigung für die schlechten Formulierungen. Mein Text ist eine „Quick’n Dirty“-Übersetzung.

Warum Buddhisten die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützen sollten
Von Bhante Sujato

Die Gleichstellung der Ehe (5) ist eine der wichtigsten sozialen und rechtlichen Fragen unserer Zeit. Ich würde gerne eine buddhistische Perspektive anbieten.

Wie bei so vielen ethischen und sozialen Fragen, insbesondere jenen, die die Sexualität betreffen, finden wir, dass die Religion der Zentrum der Dinge stehen sollte. Die konservativen christlichen Kirchen führen die Opposition gegen die Gleichstellung der Ehe an. Doch auf der Grundlage der Religion dürfen wir nicht verallgemeinern. Viele Christen glauben auch daran, dass die Botschaft Christi eine Botschaft von von Mitgefühl und Liebe ist und dass die Tatsache, dass er sich nie über das Thema Homosexualität geäußert hat, eine Grundlage für die Unterstützung der Gleichstellung der Ehe darstellt.

In Australien gab es einen interessanten Austausch zwischen dem sehr konservativen katholischen Führer Kardinal George Pell und der Gruppe Australian Marriage Equality (6). Die AME hatte Kardinal Pell um ein Treffen gebeten treffen. Er willigte unter der Bedingung ein, dass die AME in Betracht ziehen würde, dass nicht alle Opposition gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ein Ergebnis von Homophobie und Diskriminierung sei. Die AME stimmte zu und sie veröffentlichten folgende Aussage:

So wie wir anerkennen, dass es möglich ist, sich der Gleichstellung der Ehe zu widersetzen, ohne Homosexuelle zu hassen, so erkennen die anderen an, dass es möglich ist, die gleichgeschlechtliche Ehe zu unterstützen, ohne die heterosexuelle Ehe, Familie und Religion zu unterminieren.

Das ist ein guter Ausgangspunkt und ein allzu seltenes Beispiel für einen Dialog wie er sein sollte. Aber was ist mit dem Buddhismus?

Wie bei jeder Angelegenheit findet sich eine Vielzahl von Positionen, und wie bei jedem Thema – und ich entschuldige mich, wenn das zynisch klingt – haben die meisten dieser Positionen wenig mit dem zu tun, was der Buddha sagte oder tat. In einigen Fällen finden wir buddhistische Führer, die die Ethik der Sache deutlich vortragen. Ajahn Brahm ist seit vielen Jahren sehr geradlinig mit mit seiner Unterstützung der Gay Community, sowohl in Australien und in Übersee. Meister Hsin Yun, der Führer des internationalen Fo Guang Shan Ordens, sagte:

Die Leute fragen mich oft, was ich über Homosexualität denke. Sie fragen sich, ist es richtig, ist es falsch? Die Antwort ist, es ist weder richtig noch falsch. Es ist einfach etwas, was Menschen tun. Wenn Menschen sich nicht gegenseitig schaden, ist ihr Privatleben ihre eigene Sache. Wir sollten tolerant sein und sie nicht ablehnen.

Auf der anderen Seite hat der Dalai Lama immer wieder behauptet, dass homosexuelle Handlungen ein Verstoß gegen die Gebote sind. Gleichzeitig besteht er auf Mitgefühl und auf volle Menschenrechte für alle. Seine Haltung deckt sich nur mit dem, was ein angemessenes Verhalten für einen buddhistischen Praktizierenden ist. Sie stellt nicht dar, was zu Gesetzen gemacht werden sollte. Sein Argument ist, dass die Geschlechtsorgane der Fortpflanzung dienen und nur für diesen Zweck verwendet werden sollten. Also scheidet jede Form von Sex aus, die nicht der Fortpflanzung dient.

Das ist meiner Meinung nach eine extreme und unrealistische Position. Der Dalai Lama sagt, dass es auf bestimmten mittelalterlichen indischen Gelehrten beruht (Vasubandhu, Asanga – aber ich habe nie selbst diese Passagen gesehen). Es hat sicherlich keine Grundlage in den Sutten. Im Gegenteil, die Sutten bekennen frei, dass Sex zum Vergnügen ist, und sie machen nie ein Problem daraus. Buddhismus ist keine Fruchtbarkeitsreligion, also warum sollten wir darauf bestehen, dass Sex nur der Fortpflanzung dient. Das ist mir schleierhaft.

Das Gebot, wie es den frühen buddhistischen Texten gefunden werden kann, erwähnt nichts darüber, ob Sex der Fortpflanzung dient oder nicht. Worum es geht, ist allein, ob die sexuelle Beziehung den Verrat eines sozialen Vertrages darstellt oder nicht. Hier ist der Text. Es ist eine Passage, zum Beispiel zu finden in Majjhima Nikaya 41, und Anguttara Nikaya 10,176 und 10, 211, [Letzteres nicht auf Deutsch gefunden]:

Er führt einen unrechten Wandel in Sinnenlüsten; vergeht sich gegen Mädchen, die unter der Obhut von Vater, Mutter, Bruder, Schwester oder Verwandten stehen, gegen Mädchen, die unter dem Schutze der Religionsgemeinschaft stehen, die einem Gatten versprochen wurden, die öffentlich Anverlobten, bis zu den durch Überwurf eines Blumenkranzes Anverlobten. (7)

Die meisten davon sind eindeutig. Sie beziehen sich auf Frauen, die nicht „unabhängig“ in unserem modernen Sinne sind und unter der Autorität eines anderen leben. In der Regel wären dies typischerweise junge Mädchen, die zu Hause leben und dann in einer Familie mit einem Ehemann. Obwohl es erhebliche Unterschiede gab, waren die Absprachen flexibel. Nach den Hindu-Texten hat eine Frau immer unter der Autorität eines Mannes zu stehen. Es ist bemerkenswert, dass wir hier finden, dass das Leben unter der Autorität einer Mutter neben dem Vater, unter der Schwester neben dem Bruder, ohne Schlussfolgern zu müssen, gleichwertig ist.

In einigen Fällen, so scheint es, lebten die Frauen unter dem Schutz der Großfamilie. Der „vom Dhamma bewachte“ wurde wahrscheinlich adoptiert, als Waise angenommen oder auf irgendeine andere Art versorgt. Diejenige, die „öffentlich Anverlobte“ ist mehrdeutig. [im englischen Palikanon stehen an der Stelle „die öffentlich Anverlobten“ die Worte „who is punishable“] Bedeutet es, dass dass die Frau als Verbrecher bestraft werden soll? Oder bedeutet es, dass Geschlechtsverkehr mit ihr strafbar ist? [Vielleicht könnte diese Stelle auf Prostitution hinweisen, im Sinne von „die der Öffentlichkeit Anverlobte“. Diese Stelle lässt vermuten, dass der Bhante kein Pali beherrscht oder die deutsche Übersetzung falsch ist.] Der Text kann es nicht klären. Die „durch Überwurf eines Blumenkranzes Anverlobte“ bezieht sich auf eine Frau, die in unserem modernen Sinne verlobt, aber noch nicht verheiratet ist.

Offensichtlich bezieht sich der oben erwähnte Abschnitt nur auf den Mann als Akteur. Das bedeutet nicht, dass Frauen dieses Gebot nicht brechen können! Wie so viele von den buddhistischen Texten, ist er von einem männlichen Standpunkt aus (androzentrisch) formuliert, und kann gleichermaßen für beide Geschlechter gelten. Die Annahme des Abschnitts ist, dass es eine Frau ist, die unter Schutz steht. Darin spiegelt sich die gesellschaftliche Realität der Zeit des Buddha wider. Die Passage befürwortet diese Situation nicht und sagt auch nicht, dass Frauen nicht unabhängig leben sollten. Es sagt nur, dass wenn eine Frau (und vermutlich auch ein Mann) in einer festen Beziehung lebt, dann sollte man diese nicht hintergehen.

So viel ist klar: das Gebot gegen sexuelles Fehlverhalten hat nichts mit Homosexualität zu tun (oder mit jeder anderen Form sexueller Aktivität als solcher). Es betrifft die Bande des Vertrauens mit denen, die wir lieben, und nichts anderes. Während die konkrete Ausgestaltung der sozialen Beziehungen in der Zeit des Buddha anders war als heute, ist es nicht problematisch herauszufinden, wie wir dies in unserem eigenen Kontext anwenden können, zumindest in den meisten Fällen.

Also wenn das Gebot sich nicht auf Homosexualität bezieht, was hat der Buddha dann zu dem Thema zu sagen? Wir haben großes Glück, im Buddhismus Tausende von Lehrreden zu haben, in denen der Buddha auf viele Arten von ethischen Fragen eingeht und Bemerkungen macht oder Kritik übt. Vergewaltigung, Pädophilie, Ehebruch: diese und viele andere Probleme sind klar in den frühen Texten erwähnt, und der Buddha hat deutlich gemacht, dass er diese nicht befürwortete.

Im Falle der Homosexualität jedoch haben wir nichts in den Sutten. In all den Tausenden von Lehrreden betrachtet nicht eine einzige Homosexualität als eine wichtige Frage.

Es gibt eine Passage in der Cakkavattisihanada Sutta, die manchmal von denjenigen zitiert wird, die zu beweisen versuchen, dass der Buddha antihomosexuell war. Der Text diskutiert verschiedene Beispiele des moralischen Verfalls in der Gesellschaft. Eine Praxis, die erwähnt wird, heißt in Pali micchā-dhamma. Hier geht es darum, den Oberbegriff für falsches Verhalten, das möglich ist, in Pali auszudrücken. Man könnte es als „falsche Lehre“, „schlechte Praxis“, „fehlgeleitete Aktionen“, und so weiter übersetzen. Der Kommentar, fast 1000 Jahre später in Sri Lanka zusammengestellt, jedoch sagt es bedeutet, „lustvoller Wunsch von Männern für Männer und Frauen für Frauen.“ (Micchādhammoti purisānaṃ purisesu itthīnañca itthīsu chandarāgo). Da dies hat keine Grundlage im Text hat, steht es als Beleg für die Haltung eines mittelalterlichen Kommentators. Es gibt keine Beweise, so weit mir bekannt ist, dass diese Haltung für die alten Theravadin oder die Kultur in Sri Lanka im Allgemeinen charakteristisch war.

Die Sutten im Wesentlichen ignorieren alle Themen rund um Homosexualität. Nun sind Argumente, die abwesend sind, immer schwierig. Aber die Anwesenheit von Tausenden von Lehrreden über vielen Arten von Verstößen gegen ethische Verstöße, deutet stark darauf hin, dass der Buddha einigermaßen umfassend ethische Bedenken anzusprechen versuchte und Homosexualität war nicht eins von ihnen.

Das Bild im Vinaya ist ein wenig anders. Der Vinaya ist ein Gesetzbuch für Mönche und Nonnen, und da es das Verhalten eines zölibatären Ordens regelt, beschäftigt es sich mit allen möglichen sexuellen Verhaltensweisen. Es tut dies mit solch einem Grad der Offenheit und Ehrlichkeit, dass die geschockten frühen europäischen Übersetzer einfach große Teile des Textes weggelassen haben oder sie, mit einer malerischen Rücksicht auf die zarten Gefühle der jungen Leser, ins Lateinische übersetzten.

Homosexuelle Handlungen, wie so ziemlich alle anderen denkbaren sexuellen Akte, sind viele Male im Vinaya dargestellt, sowohl unter Mönchen wie unter Nonnen. In jedem Fall antwortet der Buddha auf eine Weise, die seine Reaktion mit seinem üblichen direkten und gesunden Menschenverstand zeigt. Offensichtlich homosexuelles Verhalten, wie jedes sexuelle Verhalten, ist unangemessen in der zölibatären klösterlichen Gemeinschaft, so dass der Buddha es verbietet. Dies wird jedoch in einem ehrliche, sachlichen Ton getan, und es gibt nie einen Hinweis, dass etwas mit homosexuellem Sex an sich falsch ist.

In mehreren Fällen ist die Strafe tatsächlich im Fall des homosexuellen Verhaltens niedriger. Zum Beispiel ist es für einen Mönch ein weniger schweres Vergehen einen anderer Mann erotisch zu berühren als der gleiche Akt mit einer Frau. Sex zwischen Frauen wird ebenso weniger ernst als zwischen einer Frau und einem Mann behandelt. Es gibt eine Passage, wo über den Hauptschüler Buddhas, den verehrten Sariputta, gesagt wird, er habe zwei Novizen als Schüler, die Sex miteinander hatten. Der Buddha legte eine Regel fest, dass niemand zwei Novizen als Schüler zur gleichen Zeit haben durfte! (Diese Regel, wie viele andere, wurde später gelockert.)

Allerdings wäre es falsch, dies zu lesen sein, als dass der Buddha impliziert, gleichgeschlechtliche Sexualität wäre als zulässig betrachtet in der Sangha. Der Vinaya, als Gesetzbuch, macht urteilt häufig aus verschiedenen technischen Gründen und es gibt keine starke Korrelation zwischen dem moralischen Gewicht eines Aktes und der Schwere, mit der er im Vinaya behandelt wird. Zum Beispiel ist der Bau einer übermäßig großen Hütte ein schweres Vergehen, während jemand um ein Haar totzuschlagen ein Kavaliersdelikt ist.

Also sollten wir nicht zu viel in die relative Milde hineinlesen, wie einige homosexuelle Handlungen im Vinaya behandelt werden. Der wichtigste Punkt ist einfach, dass Homosexualität in so ziemlich gleicher Weise wie jeder andere Ausdruck der Sexualität behandelt wird. In diesen Unterlagen gibt es nichts, das wirklich mit unserer modernen Vorstellung von der sexuellen Orientierung übereinstimmt. Zum größten Teil sind gleichgeschlechtliche Handlungen einfach nur das, Handlungen. Es gibt keine Vorstellung von einer Person, die ausschließlich oder vorwiegend von den Menschen des gleichen Geschlechts angezogen wird.

Die Texte sprechen von einer bestimmten Art von Person, genannt paṇḍaka. Diese sind typischerweise männlich, aber es gab auch Frauen (itthīpaṇḍikā). Einem paṇḍaka ist es verboten, zu ordinieren, und er wird regelmäßig mit ungezügelter Sexualität in Verbindung gebracht. Es ist jedoch unklar, was paṇḍaka bedeutet. Es gibt wenig Beschreibungen der paṇḍaka, und sie sind nicht immer stimmig, aber es scheinen einige körperlichen Attribute beteiligt zu sein, sowie eine Reihe von kulturellen Verhaltensweisen. Vielleicht waren sie irgendeine Form von Eunuchen, die sexuelle Dienstleistungen durchgeführt haben. In jedem Fall ist es eindeutig, dass aṇḍaka keine Homosexuelle im modernen Sinne des Wortes sind. Sie können mit den modernen Klassen der Hijras (8) und dergleichen, die als ein „drittes Geschlecht“ in Indien angesehen werden, einschließlich der Transsexuellen, Zwitter und Eunuchen verglichen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, ist sich der frühe Buddhismus homosexueller Handlungen durchaus bewusst und er behandelt sie nie als ethisches Problem. Homosexualität als sexuelle Orientierung ist nicht zu finden. Dies ist ganz im Sinne von Buddhas Verständnis der Ethik. Der Buddha richtet nicht ethisch über Personen, er beurteilt Taten. Leute sind einfach Menschen, die verschiedene Arten von Dingen tun, einige sind gut, andere schlecht. Wenn eine Person eine Tat ausübt, die Schaden verursacht, betrachtet der Buddha dies als „unheilsam“. Wenn die Tat keinen Schaden zufügt, ist es nicht unheilsam.

Das grundsätzliche Problem der sexuellen Ethik, im dritten Sila angesprochen, ist Untreue. „Sexuelles Fehlverhalten“ ist das Sexualverhalten, das Schäden durch das Zerstören von Vertrauen verursacht, dass ein geliebter Mensch in uns gesetzt hat. Der Buddha war mitfühlend, und er hat nie ethische Regeln festgelegt, die Schaden oder Leid zugefügen. Ein moralisches Verbot der Homosexualität drängt an den Rand und schädigt Menschen, die nichts Böses getan haben, und es ist gegen die grundlegenden Prinzipien der buddhistischen Ethik.

Es ist so wichtig, diese grundlegend ethisch Frage im Hinterkopf zu behalten. In Diskussionen über Homosexualität, wie bei so ziemlich allen anderen kontroversen ethischen Fragen, gibt es eine weit verbreitete Tendenz, das Thema durcheinander zu bringen. Warum finden wir es so schwierig, auf ethische Fragen rational zu betrachten? Es ist wahr, es gibt einige Fragen, die komplex sind und die Details können schwierig zu behandeln sein. Aber dies ist nicht eins dieser Themen.

Zum Beispiel wird uns unzählige Male erzählt, dass Homosexualität „unnatürlich“ ist. Eine gewisse kurze Überlegung sollte uns zeigen, das das nicht wahr ist, denn es gibt viel Homosexualität in der Tierwelt. [An dieser Stelle möchte ich auf den interessanten Artikel Bonobos und ihre Frauenallianzen @ Feminine Lesbians hinweisen] Und überhaupt, wie viel „mehr unnatürlich“ ist homosexueller Sex, als sagen wir, Tippen auf einer Tastatur oder das Verpacken von Lebensmitteln in Kunststoff? Aber das ist alles nebensächlich. „Unnatürlich“ zu sein ist keine ethische Frage. Die Frage ist, ob es schadet, nicht, ob es natürlich ist oder nicht. Diese Frage ist nicht mehr als die Wahl, sagen wir, ökologisches oder konventionelles Gemüse zu essen.

Homosexualität wird auch regelmäßig mit sexueller „Dekadenz“ im Allgemeinen verbunden. Homosexuelle sollen pädophil oder promiskuitiv sein, oder Krankheiten wie Aids verursachen. Das Zulassen von homosexuellen Beziehungen sei die Lizenz für alle Arten von Ausschweifungen. Dieser Einwand kann auch nicht gelten: Homosexuelle verhalten sich in vielerlei Weise, wie heterosexuelle Menschen es tun.

Homosexuelle für Aids zu beschuldigen, ist eines der grausamsten Argumente überhaupt. Wir fühlen uns genötigt, nach Beispiele zu sehen, die die Absurdität dieser Ansichten zeigen. Was ist mit den Babys, die mit Aids geboren wurden? Was mit denen, die Aids durch Bluttransfusionen bekommen haben? Die Ausbreitung von Malaria ist viel größer unter armen Menschen – sollen wir sie dafür auch verantwortlich machen? Und warum ist das Auftreten von Aids unter Lesben so sehr niedrig – ist lesbisch zu sein, karmisch wünschenswerter?

Aber wir sollten nicht nach solchen Beispiele schauen. Wie die oben erwähnten Argumente, die ganze Sache verfehlt das Ziel. Nimm das „worst case“-Szenario, das Klischee vom promiskuitiven, unverantwortlichen, Drogen konsumierenden, leichsinnigen, homosexuellen Mann. Wir könnten sein Verhalten vielleicht nicht lobenswert und klug nennen, aber verdient er einen langsamen, siechenden und schmerzhaften Tod? Sind wir wirklich so satt, rechtschaffen die Gerechtigkeit der Zerstörung eines menschlichen Lebens zu verkünden, weil wir denken, dass die Art, wie sie ihre Lust gesucht haben, unverantwortlich ist? Diese ganze Argumentation ist unmenschlich und unwürdig.

Wenn es zum Beispiel Verhaltensweisen von homosexuellen Menschen gibt, durch die die Übertragung von HIV zunimmt, dann können wir versuchen, diese Verhaltensweisen zu ändern, so wie wir allen Menschen versuchen würden zu helfen, die unabsichtlich Schäden verursachen. Das Marriage Equality Movement [siehe oben] will es Menschen verschiedener sexueller Orientierungen ermöglichen, in einem akzeptierten, anerkannten und rechtlichen Rahmen zu leben, der die Entwicklung von liebevollen, festen Beziehungen unterstützt. Das Verbot der homosexuellen Ehe ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass Homosexuelle an den Rand gedrängt bleiben

Ein weiteres Ablenkungsmanöver ist, aus meiner Sicht, das „so geboren“-Argument, das oft von denen, die die Gleichstellung der Ehe unterstützen, vorgebracht wird. Homosexualität, so wird argumentiert, ist nicht eine Wahl, manche Menschen sind einfach so und können sich nicht ändern. Dies ist zwar eine wichtige, wenn auch umstrittene, Tatsache, aber es verfehlt die ethische Frage. Was ist, wenn einige homosexuelle Menschen nicht das Gefühlhaben, dass sie wurden „so geboren“ wurden? Was ist, wenn sie sich so fühlen, als hätten sie eine bewusste Wahl getroffen? Ob dies der Fall ist oder nicht, oder ob in der Tat versteckte biologische Faktoren eine Rolle spielen, na und? Sex mit jemandem vom gleichen Geschlecht ist keine unheilsame Handlung, noch ist es unheilsam, jemanden des gleichen Geschlechts zu heiraten. Ob es biologischer Determinismus oder freier Wille ist, wird nichts Schädliches getan, so gibt es keine ethisches Problem.

Das vielleicht irreführendste Argument gegen die homosexuelle Ehe ist einfach, dass es die Sitten der Gesellschaft stört. Die Ehe bestand immer zwischen einem Mann und einer Frau, daher wird es die Gesellschaft schädigen, es anders zu machen. Dieses Argument, begünstigt durch die Konservativen, geht wieder einmal völlig an der Sache vorbei. Der Schaden ist schon da. Gewalt, Trauma und Missbrauch ist ein Teil der lebendigen Wirklichkeit von Millionen absolut guten Menschen auf der ganzen Welt, einfach weil sie Sex mit Personen des eigenen Geschlechts haben oder haben wollen. Ein Teil der Gesellschaft ist zerrissen, und dieser muss gerichtet werden.

Das ist das gleiche Argument, das benutzt wurde, um die Abschaffung der Sklaverei, das Wahlrecht für Frauen, die Eigentumsrechte für alle, und so weiter zu behindern. In jedem Fall versuchen die in der Position der Previligierten zu verhindern, dass die anderen die gleichen Rechte erhalten. Und da die Kosten für die Ungleichheit von den “Anderen” getragen werden, existieren diese Kosten nicht für die Privilegierten.

Wenn wir jedoch Mitgefühl in die Gleichung einführen, erkennen wir, dass die Gesellschaft schon immer unvollkommen war. Nur weil etwas in der Vergangenheit getan wurde, macht es nicht richtig. Vielleicht war es der Fall, dass zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orte unser Ehebrauch mehr Sinn machte, als er es jetzt macht. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, wie ist jetzt das Richtige zu tun? Weiterhin ausschließen, an den Rand drängen und diskriminieren? Oder zu erweitern wir unseren moralischen Horizont, akzeptieren und binden alle Menschen in vollem Umfang ein?

Wenn die Homosexualität als solche kein Problem ist, warum dann die gleichgeschlechtliche Ehen? In diesem Bereich sehen wir, dass der Buddha noch weniger zu sagen hatte. In der Tat, es gibt keine solche Sache wie eine buddhistische Hochzeit. Buddhisten haben einfach die Hochzeitsbräuche der Kultur angenommen in der sie sich befanden. Das verbreitete Modell waren daher die Sitten des alten Indien. Dies war die Basis für buddhistische Sitten der Familie, die in jeder Gesellschaft angepasst wurden, in die der Buddhismus sich bewegte.

Im alten Indien gab es mehrere Formen der Ehe. Wie bei allen Dingen Indien, gibt es kein Beharren auf einen, wahren, richtigen Weg, die Dinge zu tun. Einige Hindu-Texte listen eine ganze Reihe von Möglichkeiten der Ehe auf, die mit den Ebenen der indischen Kosmologie korreliert sind. Die höchste Form der Ehe ist die „Brahma-Hochzeit“, wo die Braut und der Bräutigam, jeweils in reiner Linie und Kaste, in der vollkommensten von Zeremonien vereint werden. Wenn es der Ehe in einige Vollkommenheiten an Detail fehlt, wird sie den unteren Klassen der Gottheiten gerechnet. Die niedrigste der verheißungsvollen Hochzeiten ist die Gandharva-Hochzeit, wo die Braut und Bräutigam einfach durchbrennen. Dann gibt es die verschiedenen unheiílvollen Vereinigungen, jene der yakkhas oder rakkhasas, wo zum Beispiel die Frau mit Gewalt entführt wird.

Zusammen mit dieser Vielfalt der Hochzeitsbräuche, gab es unterschiedliche Ehearangements. Monogamie scheint üblich gewesen sein, und natürlich wurden die oft Ehen arrangiert – aber die alten buddhistischen Texten zeichnen auch einen starken Kampf von Frauen für Autonomie in den Entscheidungen Ehe auf. Polygamie ist auch üblich und die Form der Ehe für Könige. Polyandrie ist seltener, aber steht im Mittelpunkt des berühmtesten aller Hindu-Texte, dem Mahabharata. Offenbar ist Polyandrie in Tibet verbreitet.

Ich versuche nicht, das System der indischen Ehe besser gegenüber dem des Westens darzustellen. Es hat seine eigenen Probleme mit Ehen zwischen Kasten, Zwangsehen, häusliche Gewalt, und so weiter.Ich stelle lediglich den Punkt heraus, dass es seit jeher eine adaptive Vielfalt der Lebensformen, die als gültige Formen der Ehe angesehen wurden, gab, und dass dies in gewisser Weise als Präzedenzfall für die moderne Idee der gleichgeschlechtlichen Ehe gesehen werden kann.

Es gibt also schon immer eine Flexibilität und Vielfalt im Brauchtum der Ehe im indischen Kulturkreis, die in klarem Gegensatz zu der „einzig“ richtigen Form der Ehe stand, wie sie in der Hauptsache von den zeitgenössischen monotheistischen Religionen gebilligt wurde. Gleichgeschlechtliche Ehen waren im indischen Kulturkreis nicht historisch anerkannt, soweit ich weiß. Mir sind auch keine etwaigen historischen Gesetze gegen sie bekannt, wie wir sie in der heutigen Zeit zu finden. Angesichts der großen Unterschiede in den Hochzeitsbräuchen, darunter auch viele Formen der Ehe, die in der heutigen Zeit nicht als gültig angesehen werden, so scheint es, dass der typische indische Ansatz die Toleranz und Integration war. Dementsprechend applaudierten einige Hindu-Autoritäten in Indien der Entscheidung im Jahr 2009, das britische Recht aufzuheben, das Homosexualität zum Verbrechen machte, und sagten, Homosexualität sei ein Teil der göttlichen Ordnung.

Leider ist diese tolerante Haltung heute nicht immer der Fall. Gelegentlich findet man auch Hindutva-Polemik (9) gegen Homosexualität. Solche Reden, traurig genug, zielen oft gegen den vermeintlichen Einfluss der ausschweifenden „westlichen“ Moral, blind gegenüber der Tatsache, dass die anti-homosexuelle Haltung in Indien durch die monotheistischen Religionen importiert wurde. Diese Doppelbödigkeit wurde von den höchsten Autoritäten in Indien geäußert. Goolam Vahanvati, später Generalstaatsanwalt und derzeitige Generalbundesanwalt, erklärte dem UN-Menschenrechtsrat:

Anfang des 19. Jahrhunderts, Sie wissen wahrscheinlich, war in England die Homosexualität verpönt, und daher gibt es historische Berichte, dass verschiedene Leute nach Indien kamen, um die Vorteile seiner liberaleren Atmosphäre im Hinblick auf verschiedene Arten von sexuellen Handlungen zu nutzen.

Als Ergebnis fügten sie § 377 ein, als wir im Jahr 1860 das indische Strafgesetzbuch, das von Lord Macaulay erarbeitet wurde, bekamen, das den Begriff des „sexuellen Vergehens gegen die Ordnung der Natur“ brachte.

Heute haben wir in Indien nicht das Konzept von etwas, das „gegen die Ordnung der Natur“ sein könnte. Es war im Wesentlichen ein westliches Konzept, das über Jahre andauerte. Jetzt ist Homosexualität als solche nicht mehr indischen Strafgesetzbuch definiert, und es lässt sich darüber streiten, ob es „gegen die Ordnung der Natur“ ist.

Eine ähnliche Situation herrscht in anderen buddhistischen Ländern auch. In Japan, China und anderswo wurden die frühen Generationen von christlichen Missionaren durch die zwanglose Akzeptanz des homosexuellen Verhaltens unter den Buddhisten schockiert. Sofort machten sie sich daran, die Welt zu überzeugen, dass ihre eigene Version des sexuellen Anstands das Richtige für alle war.

Traurig genug, moderne Generationen von Buddhisten und Hindus tun nun diese Arbeit für sie, ahnungslos gegenüber ihrer eigenen akzeptierenden und mitfühlenden Vergangenheit. Wenn ein Thai-Mönch wie Thattajiwo, einer der Führer der Dhammakaya, gegen die „sexuell Perversen“ wettert, die karmische Gerechtigkeit von Aids („der Henker der Sex-Verrückten“) auf sie herabruft, sie seien blind gegenüber der Falle der Sünde, in die sie gefallen sind und die noch größeren Leiden, die sie in Zukunft erwarten werden, von Krankheiten heimgesuchter Höllen Qual. Er plappert schäumend die Exzesse der christlichen und islamischen Fundamentalisten nach. (Phra Thattajiwo Bhikku. Waksiin Porng-kan Rook Eet (A Vaccine to Protect Against AIDS). Pathumthani: Thammakay Foundation.) Solche apokalyptische und verurteilende „Ethik“ hat keine Grundlage in der Lehre des Buddha.

Also was sollen wir im heutigen Klima tun? Für den Buddha war Homosexualität ganz klar kein Thema, und auch keine Gesetze zu machen, berechtigte Formen von Ehen zu verbieten. Was ein Thema war, auf der anderen Seite, war Mitgefühl. Die Essenz des Mitgefühls ist, diejenigen zu erreichen, die leiden, diejenigen, die an den Rand gedrängt und verfolgt werden. Menschen, deren sexuelle Orientierung von der Mehrheit abweicht, leiden unter Diskriminierung, Mobbing in der Schule, Gewalt und emotionalen Traumata. Als Buddhisten sollten wir einen klaren moralischen Imperativ erkennen, zu helfen, wo immer wir können.

Man könnte einwenden, weil der Buddha keine Aussage über die Rechtmäßigkeit der homosexuellen Ehe machte, dass wir das Gleiche tun sollten. Aber das Problem ist ein wenig subtiler. Wir leben in einer Kultur, in der, basierend auf bestimmten religiösen und kulturellen Vorstellungen, bestimmte Formen des menschlichen Lebens illegal gemacht wurden. Dies ist ein Schöpfung des konditionierten und immer willkürlichen Lauf der Geschichte und nicht ein zeitloses Merkmal der menschlichen Landschaft. In Australien zum Beispiel, gab es bis 2004 kein klares Bundesgesetz, das die gleichgeschlechtliche Ehe verbot.

Die Gleichstellung der Ehe zu unterstützen bedeutet nicht, etwas Neues einzuführen, sondern einfach Gesetze, um die Diskriminierung zu beseitigen. Die Ungerechtigkeit ist bereits vorhanden. Der Schaden ist angerichtet. Die Änderung ist lediglich das Entfernen des schädlichen Einflusses von diskriminierenden Gesetzen, die niemals an dieser Stelle hätten stehen dürfen.

Menschen sind Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität oder sexueller Orientierung. Der Buddha lehrte „für jemanden, der fühlt“. Das ist die einzige Voraussetzung für die buddhistische Praxis: jemand, der fühlt. In der Vergangenheit verfügte unsere Gesellschaft, dass die Ehe nicht zwischen den Menschen einer anderen Rasse oder einer anderen Farbe oder einer anderen Religion oder einer anderen Nationalität geschlossen werden sollte. Im Laufe der Zeit haben wir uns entschieden, dass diese Regeln schädlich waren, wir haben sie abgeschafft. Katastrophen wurden vorhergesagt: sie haben sich nicht bewahrheitet.

Was geschehen ist, ist vielmehr, dass wir ein wenig mehr aufgeschlossen, und ein wenig mehr Bewusstsein für die Leiden anderer gewonnen haben. Der Test unserer Generation ist, ob wir diesen Schritt hin zu einer mehr akzeptierenden und liebenden Lebensweise fortsetzen oder ob wir auf eine niederträchtige, hartherzige Stufe zurückfallen.

Meine Gesellschaft, meine Kultur, die, auf die ich stolz bin und angehören will, ist diese. Eine Gesellschaft, die freundlich, neugierig und akzeptierend ist. Nehmen wir für sie die besten Aspekte unserer eigenen Kulturen, egal ob sie buddhistische oder moderne Kulturen sind und entsorgen alles, was ungerecht, diskriminierend und schädlich ist. Geben wir unsere volle Unterstützung für die Gleichstellung der Ehe, denn wenn wir das nicht tun, verraten wir den besten Teil unserer Menschlichkeit.

(1) http://www.starobserver.com.au/news/2012/04/19/buddhists-come-out-for-equality/75906
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Australien#Lebenspartnerschaften
(3) http://www.zeit.de/online/2007/25/schwul-jugendliche-internet
(4) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826173,00.html
(5) damit ist nicht die Eingetragenen Partnerschaft gemeint, die Ehe ist auch in auch in Deutschland nicht möglich, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe#Deutschland
(6) http://en.wikipedia.org/wiki/Australian_Marriage_Equality
(7) http://www.palikanon.com/angutt/a10_123_177.html#a_x176
(8) Hijras sind genetisch meistens männlich, seltener intersexuell oder weiblich, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hijra
(9) bezeichnet ein politisches Konzept, das die Ausrichtung Indiens nach hinduistischen Regeln zum Ziel hat

7 thoughts on “Bhante Sujato: Warum Buddhisten die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützen sollten

  1. „Bhikkhus, diese zwei strahlenden Qualitäten beschützen die Welt. Welche zwei? Gewissen und Besorgtheit. [1] Wenn diese zwei strahlenden Qualitäten diese Welt nicht beschützen würden, würde da kein Anerkennen von ‚Mutter‘, kein Erkennen von ‚der Mutters Schwester‘, ‚des Onkels Frau‘, ‚des Lehrers Frau‘ oder ‚die Frau dessen, der Respekt verdient‘ sein. Die Welt wäre versunken in sexueller Freizügigkeit, so wie Widder mit Ziegen, Hähne mit Schweinen, Hunde mit Schakalen. Doch weil eben diese zwei strahlenden Qualitäten die Welt beschützen, ist da Anerkennung von ‚Mutter‘, ‚Mutters Schwester‘, ‚Onkels Frau‘, ‚Lehrers Frau‘, ‚Frau dessen, der Respekt verdient‘.“
    Lokapala Sutta: Die Beschützer der Welt

  2. Das solche Dummköpfe wie dies Sujatos und Brahm(a)s die Leittiere im Demontieren der Wächter dieser Welt sind und das diese Gruppe die sich „Buddhisten“ nennt, nichts anderes ist als ein Asylheim jener, die mit ganz einfachen Dingen der Moral Schwierigkeiten haben und aufgrund solcher Sinnesverstickten Dummköpfe, die sich noch dazu als Mönche ausgeben, jeder anständige Mensch einen großen Bogen um das „Label“ Buddhisten macht.
    Wenn das suchen nach Ausreden für Unzulänglichkeiten und den versuch sein Unvermögen jemanden als „Gebieter“ alles ist, was man unter Praxis versteht, ist Dhamma so viel wert, wie jedes andere Unterhaltungsmedium.

    „Wie der Herr so’s G’scher“, mehr als zu raten, sich von diesen Leuten, die sich bei Dhammavorträgen während sie über „Achtsamket sprechen“ eine Stunde lang mit Zehenwuzeln und stirrln oder bei Vorträgen lungernd am Rednepult stützen, slbst verzogene Jugendliche im Körperlichen verhalten topen, von den populistischen unnötigen Themen die sie verbreiten, den Scharren an Kreischenden gampigen Frauen hinter sich ziehend und was sonst noch kriecht und fleucht der Anhaftung predigend der Sinnlichkeit ergeben, gar nicht zu sprechen, einfach fern zu halten. 🙂 Aber das steht eigentlich alles oben schon.😉 mag der Rat beiden den Betroffenen und den Betroffenen behilflich sein.

  3. Für jene, die sich’s leicht machen können, und den Weg hinein kennen helfen die drei Wichtigen Dinge wie an The Vajjian Monk, für die Dummen, helfen auch 227 Regeln nicht, auch wenn sie speziell für die nicht so wiffen gemacht sind.
    Was aber sicherlich aufschlussreich ist, sind die Sammlungen und die Ermahnungen des Königs Asoka (hier gerade auch in deutsche Zusammenfassung im Entstehen, wenn es denn wirklich interessiert.

    Als für den Haushälter, kann ich nur wärmsten jenes empfehlen:
    „Für dich, großer König, der du das weltliche Leben führst und den Sinnengenüssen frönst, der du ein von Kindern beschwertes Lager benutzest, der du dich beständig des Sandelholzes aus Benares erfreust, der du Kränze, Wohlgerüche und Salben verwendest und Gold und Silber annimmst, für dich ist es schwer zu erkennen, ob diese Heilige sind oder ob sie den Weg zur Heiligkeit betreten haben.

    [1] Durch ein Zusammenleben mit ihnen, großer König, muß ihre sittliche Zucht erkannt werden, und dies nur in einer langen Zeit, nicht hastig, und zwar von einem Aufmerksamen, nicht von einem Unaufmerksamen, von einem Weisen, nicht von einem Toren.

    [2] Durch den Verkehr mit ihnen, großer König, muß ihre Läuterung erkannt werden, …

    [3] In ihren Mißgeschicken, großer König, muß ihre Kraft erkannt werden, …

    [4] In der Unterhaltung mit ihnen, großer König, muß ihre Weisheit erkannt werden, und dies nur in einer langen Zeit, nicht hastig, und zwar von einem Aufmerksamen, nicht von einem Unaufmerksamen, von einem Weisen, nicht von einem Toren.“
    Seclusion, aber ich denke das wird jetzt alles zu viel, für jene, die nach Sein und Werden streben und dafür Rechtfertigung suchen. Aber vielleicht eine alternative, für den einen oder anderen, denn alles wie ein ewiger immer gleich ablaufender Kreis vorkommt.😉

  4. Für Kluge ja, für nicht so kluge, sind die einfachen 1.2.3.4… Vorgaben besser, so sie keine Ahnung haben, was sie bewegt und nicht in der Lange sind ihre Aufkommenden Veruntrübungen zu erkennen, sondern nur längere „zusammenhängende Prozesse“ als Ursache sehen. Wie auch immer wird alles beide auf das selbe Resultat kommen, zumindest im Außen. Den Weisen oder Erwachten, der sich wie ein Allerweltsmensch gibt und benimmt, gibt es nicht. So wie es keinen Schokoladesüchtigen gibt, der sich als hervorragend behaupten kann, so er Vegetarisch ist. Da fehlt es ganz und gar am Grundverständnis und hat nur mit Rudel- und Sippensuche zu tun.

    Freu mich, daß „wir“ von dem banalen Ursprunsgthema ganz weg sind. Gratuliere!