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Über meinen Nichiren-Buddhismus


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Löschen, vergessen und Schwamm drüber

Der Unbuddhist beschreibt in seinem Beitrag Schwamm drüber und Korruption und Missbrauch – Kein Problem für Misho-an in Wien, wie Zen-Praktizierende das Tuch des Schweigens und Vergessen über unliebsame Tatsachen ausbreiten. Bei diesen unliebsamen Tatsachen handelt es sich im westlichen Zen-Buddhismus immer wieder um Korruption und sexuellen Missbrauch. Diese Tatsachen werden einfach verdrängt und gelöscht. Diskutiert und aufgearbeitet werden sie nicht.

Auch Menschen, die der SGI-D nahe stehen, beteiligen sich an dieser Aktion „Schwamm drüber“. Die Betreiber der SGI-D nahen Internetpräsenz ichinen.de könnten die Verlinkung ihrer Seite im Thread „ein schmutziges infiziertes Stofftuch“ im Forum Buddhaland zum Anlass nehmen, zu diesen Texten Stellung zu nehmen und diese zu diskutieren. Immerhin handelt es sich bei einem dieser Herren um eine Person mit einem akademischen Grad. Dieser Herr sollte doch intellektuell dazu in der Lage sein. Da sie laut Impressum Google Analytics für ihre Webseite benutzen, sind sie sehr genau über Besucher vom Forum Buddhaland informiert. Nichts ist im Internet besser als eine thematische Verlinkung, um zu Inhalten sehr wirksam Stellung zu beziehen.

Die Betreiber haben es vorgezogen, die betreffenden Texte auf ihrer Webseite zu löschen. Gelangt man über den Link aus dem Forum dorthin, sind die Texte nicht mehr zu finden.1 Die Herren haben es so gemacht, wie es bei Buddhisten in Deutschland oft üblich ist: Verschweigen, vergessen, Augen zu und durch. Oder mit anderen Worten: Schwamm drüber!


  1. Zuerst hatten die Seitenbetreiber nur die Verlinkungen auf ihrer Webseite entfernt. Die Texte von Tsuji waren eine Weile durch eine einfache Suche bei Google zu finden. Leider bringt eine eine Google-Suche mit Zitaten nun auch kein Ergebnis mehr. 


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Fundstück: Heilung von Krebs durch japanischen Buddhismus

Japanischer Buddhismus soll Krebs heilen oder auch Krankheiten auslösen können. Je nachdem… Heilen kann (natürlich) nur die Praxis der SGI. In den transkribierten Vorträgen des Vizepräsidenten der SGI, Takehisa Tsuji, kann man sich diese mittelalterliche Weltsicht zu Gemüte führen.

Takehisa Tsuji hat auch gerne Menschen mal mit „schmutzigen infizierten Stofftüchern“ verglichen. In Forum Buddhaland gibt es dazu eine Diskussion, in der auf die genannten Texte auf ichinen.de verwiesen wird. Leider sind die Texte unter dem Link alle gelöscht. Anscheinend hat der Seitenbetreiber beschlossen, dass solche Ansichten nicht mehr unter seinem Namen verbreitet werden sollen.1 Da mir diese Texte vorliegen, kann ich hier das betreffende Zitat zum Besten geben. Es stammt aus einer Rede Tsujis (Warum bin ich krank, warum habe ich kein Geld…) aus dem Jahre 1991 in Nara:

Wenn Sie nicht den wahren Buddhismus praktizieren und Sie haben ein Kind, dann wird das Kind voller negativem Karma sein wie ein schmutziges infiziertes Stofftuch.

Takehisa Tsuji zeichnet auch für andere Aussagen verantwortlich. Diese Texte, die mir vorliegen, waren vor der Löschaktion ebenfalls auf ichinen.de zu lesen.

Ich halte die SGI-D nicht wirklich für gefährlich. Es halten sich einfach nur unmenschliche und unbarmherzige Ansichten, die anscheinend nicht zu reformieren sind, in dieser Gemeinschaft. Evangelikale Sekte sind in Europa weitaus gefährlicher. Und welche unmenschlichen Ausmaße die christliche organisierte Religion der katholischen Kirche annehmen kann, wissen wir in Europa nur zu gut.

Easyguard sagt es im Forum Buddhaland mit einfachen Worten:

Ich bin übrigens in Bayern katholisch aufgewachsen und habe von mit der Kirche wesentlich unschönere Erfahrungen als mit SGI. Auch hatte ich mal einen Chef, der Scientologe war. Eine sehr unangenehme Erfahrung. […] Ich halte die Anti-SGI-Debatte für völlig überzogen und hysterisch. Große anerkannte Sekten wie die katholische Kirche misshandeln über Jahrzehnte kleine Kinder und kommen so gut wie ungeschoren davon und die SGI wird geprügelt, weil sie vielleicht ein bisschen zu erfolgreich ist.

Trotzdem müssen Inhalte immer wieder überprüft und diskutiert werden. Das stellt für mich den ideellen und aufgeklärten europäischen Geist dar. Zu diesem Zweck folgt nun eine Auswahl bemerkenswerter Zitate des Vizepräsidenten der SGI, Takehisa Tsuji:

Wenn dies Nam-myoho-renge-kyo ganz tief in das Herz absorbiert wird, dann werden die Herz- oder Leberkrankheiten geheilt werden. Wenn wir unseren Bauch mit Nam-myoho-renge-kyo waschen, dann werden Magen- und Darmkrebs geheilt werden, oder wenn nam-myoho-renge-kyo im Blut absorbiert wird, wird Blutkrebs geheilt werden.

aus Die Kraft von Nam-myoho-renge-kyo

Weiter heißt es:

Wenn man Nam-myoho-renge-kyo chantet, werden wir wie Magneten. Z.B.: Wenn wir Geld brauchen, kommt das Geld; wenn wir eine Wohnung brauchen, bekommen wir eine Wohnung; wenn wir Kleidung brauchen, bekommen wir Kleidung; wenn man heiraten möchte, kommt eine dafür geeignete Person.

aus Die Kraft von Nam-myoho-renge-kyo

Und:

Wenn man mit Daimoku den ganzen Körper wäscht, wird ein Dummkopf klug. Diese Person wird dann Weisheit erlangen oder Kopfschmerzen werden sofort verschwinden oder ein Gehirntumor wird geheilt.
[…]
Man bekommt eine sehr schöne Stimme oder es wird Kehlkopfkrebs geheilt.
[…]
Wenn man seine Brust ganz tief reinigt, dann wird Lungenkrebs und Tuberkulose und Brustkrebs geheilt.
[…]
Wenn man daran fest glaubt, wird Magenkrebs geheilt.

aus Die Kraft von Nam-myoho-renge-kyo

Oder:

Sie […] sind zuckerkrank geworden, weil sie früher Zen- Buddhismus oder Shingon-Buddhismus praktiziert haben. Sie sollen als erstes sich beim Gohonson entschuldigen.

aus Die Kraft von Nam-myoho-renge-kyo

Über schlechtes Karma heißt es in einem anderen Text:

Zweitens sagte ich ihr, daß die Nieren eine der wichtigsten Organe im ganzen Körper sind und daß eine Krankheit in solch einem lebenswichtigen Organ das Ergebnis eines schlechten Karmas sein muß, das sie in ihrer Vergangenheit verursacht hat. Um ein schlechtes Karma zu ändern, ist es erforderlich, sich mit dem Chanten von Daimoku für seine vergangenen Verleumdungen des Mystischen Gesetzes aufrichtig zu entschuldigen.

aus Jeder kann ein Buddha werden

[…] aber dann erzählte man mir, daß er im März 1974 einen Schock erlitten hatte und seit dieser Zeit nicht mehr fähig war, auch nur ein Wort zu sprechen. Als ich dies hörte, sagte ich ihm sofort: „Dies ist das Resultat ihrer Verleumdung des Gesetzes in der Vergangenheit. […] Entschuldigen Sie sich vom Grunde ihres Herzens für Ihre Verleumdung des Mystischen Gesetzes, füllen Sie Ihren Geist mit Dankbarkeit zum Gohonzon und fassen Sie einen neuen Entschluß, für Kosen-rufu zu kämpfen, so wie Sie sich selbst dem Chanten des Daimoku widmen.“ Dieser Herr befolgte buchstabengetreu die Führung und am nächsten Tag fand er sich selbst fähig mit lauter Stimme NAM-MYO-HO-RENGE-KYO zu chanten.

aus Jeder kann ein Buddha werden

Schräge Ansichten… Da möchte ich mit einem Zitat von Einstein schließen:

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


  1. Zuerst hatten die Seitenbetreiber nur die Verlinkungen auf ihrer Webseite entfernt. Die Texte von Tsuji waren eine Weile durch eine einfache Suche bei Google zu finden. Leider bringt eine eine Google-Suche mit Zitaten nun auch kein Ergebnis mehr. 


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Die Sekte und der Rechtsstaat: Soka Gakkai

Am 30. Mai diesen Jahres fand in Kopenhagen die Konferenz „Sekten und Rechtsstaat“ der FECRIS (European Federation of Centres of Research and Information on Sectarianism) statt. Die FECRIS ist eine Dachorganisation einiger europäischer Institutionen, die die Tätigkeiten verschiedener Sekten in Europa untersuchen. Folgende deutsche Organisationen sind Mitglied FECRIS: Aktion für geistige und psychische Freiheit e.V. (AGPF e.V.), Sektenberatung Bremen, Niedersächische Elterninitiative gegen den Missbrauch der Religion (EGMR) und die Sekten-Info Essen Nordrhein-Westfalen.

Auf dieser Konferenz hat Yuji Hirooka, ein in Frankreich lebender japanischer Journalist, einen Vortrag mit Präsentation über die Soka Gakkai gehalten. Leider ist der Vortrag „Sekten und der Rechtsstaat: Soka Gakkai“ nur rudimentär aus dem PDF-Dokument und der Präsentation des Vortrags herzuleiten. Schade, wie ich finde, da seine Gedanken wirklich den Kern der Sache treffen. Leider enthalten Ausführungen der oben genannten Dokumente ebenso zu wenig tragfähiges (weil zitierfähiges) Material, um eine aussagekräftige Kritik anzubringen. Auch nach meiner Ansicht verträgt sich die tatsächliche Philosophie und das innere Denken der Soka Gakkai und die Ausübung des Kultes nicht mit unserer aufgeklärten europäischen Kultur, sondern stellt einen Rückschritt in unseren europäischen Errungenschaften dar. An dieser Stelle möchte ich auf die Präsentation verweisen. Sie zeigt die Problematik der ablehnenden Haltung der Soka Gakkai gegenüber der Trennung von Religion und Politik (die auch von deutschen Mitgliedern der SGI-D oft vertreten wird) und die Problematik der Diesseitsbezogenheit des Soka-Gakkai-Kultes, bei der materielle Wohltaten die erfolgreiche Ausübung des Kultes anzeigen. So glauben deutsche Mitglieder der SGI-D nicht selten daran, dass sie durch das häufige Chanten zum Beispiel eine Wohnung finden können.

In meinen Beiträgen „Soka Gakkai International: Cult or Culture?“ und „Ist die SGI eine Sekte?“ stellte ich schon einmal die Frage, ob die Soka Gakkai International eine Sekte sei. Ich bin immer noch der Meinung, dass es gefährlichere Kulte gibt, die den Menschen zum Beispiel Gesundheit, Unabhängigkeit und Geld kosten. Die Soka Gakkai gehört nicht zu diesen gefährlichen Kulten. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Soka-Gakkai-Kult sich nicht mit unseren aufgeklärten europäischen Idealen verträgt. Ich halte aber die europäische Kultur für stark genug, damit klar zu kommen. Christliche Sekten sind für die Aufklärung in Europa weitaus gefährlicher, weil sie auf fruchtbareren Boden fallen.

Friedrich Griess musste auf seiner Webseite auch eine Gegendarstellung der Soka Gakkai veröffentlichen. Das muss man sich mal vorstellen: Eine Organisation, die (Zitat Gegendarstellung) von „zahlreichen offiziellen Anerkennungen der Abwesenheit jedes sektiererischen Abgleitens“ spricht, „die in 192 Ländern und Territorien verbreitet ist“ und deren „[ihre] Botschaft und [ihre] Praktiken sich für die Achtung der Menschenrechte und der fundamentalen Freiheiten [einsetzen]“ einsetzt, hat es nötig, wegen einem Vortrag in Kopenhagen eines Journalisten aus Frankreich auf einer Webseite eine Gegendarstellung zu verlangen? Wie lächerlich! Wie unglaublich kleingeistig und engstirnig. Und erschreckenderweise spricht die Soka Gakkai in der Gegendarstellung auch noch von Kritikern als Feinden („Er zeigt leider die Feindschaft, die von gewissen Personen gegen unseren Kult ausgedrückt wird,[…]“). Eine solche Geisteshaltung wird niemals meinen Wertvorstellungen entsprechen.


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Japanischer Buddhismus in Dienstleistung und Esoterik

Screenshot Einladung

Screenshot

Vor einigen Tagen habe ich eine Einladung zu einer Gästeversammlung der SGI-D in den Kleinanzeigen eines Städteportals gefunden. Soll das funktionieren? Gibt es tatsächlich Menschen, die solch seltsamen Einladungen in den Kleinanzeigen eines Städteportals folgen? Über Aufklärung wäre ich sehr dankbar.

Ganz obskur finde ich die Tatsache, dass in der Kleinanzeige verschwiegen wird, dass es sich um eine Gästeversammlung der SGI-D (Soka Gakkai International Deutschland) handelt. Wenn man dem Link auf die private Homepage folgt, wird das auf der Startseite deutlich.

Meine Meinung? Echt schräg!


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Der liegende Buddha

In München kann zur Zeit beobachtet werden, wie Buddhisten in Vorurteilen und Unverständnis Christen in nichts nachstehen. Die Sache zeigt, dass sich Buddhisten und Christen in Beurteilung und Verständnis von künstlerischen Darstellungen nicht groß unterscheiden. Kunst ist halt nicht jedermanns Sache…:mrgreen:

Die Sprecherin betont, die Stadt wie auch der Künstler wollten mit der Aktion „natürlich keinen Buddha schänden“. Vielmehr sei es die „Darstellung eines Souvenir-Artikels“, wie es viele hierzulande gäbe. Häufig, sagt Becker, kämen die hier verkauften Deko-Buddhas nicht aus China, sondern aus der Gegend um Dresden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung.

Gefunden auf Atheist Media Blog. Sehr amüsant dort auch der Kommentar von Willie:

Ich find das toll mit der buddhistische Nonne. Sie bringt zu dem tagesaktuellen Thema noch eine historische Note hinzu mit ihrem “I’m ashamed of Munich”.